Weincasting™ Wine is punk!

Gault Millau und die Winzer. Vive la révolution?!



Freitag, 03. Jul 2009 · Kommentare

Vor kurzem sorgte u.a. eine Meldung bei Werner Elflein für Diskussion, dass sich die deutsche Ausgabe des Gault Millau Weinführers nicht mehr nur mit den unzähligen kostenlosen Probeflaschen begnügen wolle. Vielmehr wäre es jetzt doch nett, wenn sich die Winzer nun auch an den ‘Herstellkosten’  mit einer ‘Teilnahmegebühr’ in Höhe von 195 Euro beteiligen würden. Natürlich wäre dies freiwillig und hätte bestimmt keinen Einfluss auf die Bewertung. Der Grund dieser Aktion liegt offenbar nicht nur darin, dass man die Zeit verschlafen hat, dem Gault Millau nicht nur die Leser, sondern auch die Marketingprofis abhanden gekommen sind. Sonst hätte man wissen müssen, das man immer auf dem Hintern landet, wenn man für eine Leistung die bisher kostenfrei war, plötzlich Geld fordert… Pardon… um Beteiligung bittet. Noch dazu ohne irgendeinen  Mehrwert.
Und dies ist nun schneller nach Hinten losgegangen als gedacht. Einige nicht ganz unbekannte Winzer wollen sich nicht nur nicht an einer ‘Teilnahmegebühr’ beteiligen, sie wollen gar nicht mehr mitmachen.
In einen offenen Brief an den herausgebenden Verlag heißt es:



Die Unterzeichner werden Ihrem Wunsch nach finanzieller Unterstützung daher nicht entsprechen. Sie sind sich der wein-politischen Brisanz dieser öffentlichen Aussage sehr wohl bewusst und erachten daher das Verhältnis zum Gault Millau als so gestört, dass sie von nun an keine Probeweine mehr einreichen werden. Gleichzeitig erwarten sie, dass in Zukunft auf einer Publikation von Verkostungsergebnissen ihrer Weine und einer Beschreibung ihrer Weingüter abgesehen wird.



Unterzeichner sind bisher Weingut Bercher, Weingut Helmut Dönnhoff, Weingut Rudolf Fürst, Weingut Gunderloch, Weingut Dr. Heger, Weingut Heymann-Löwenstein, Weingut Josef Leitz, Weingut Johner , Weingut Knipser, Weingut Köhler-Ruprecht, Weingut Gunter Künstler, Weingut Meyer-Näkel, Weingut Egon Müller und Weingut Seeger.
Sollten sich noch weitere Weingüter anschließen, könnte es nicht nur für den Gault Millau eng werden. Macht dies Schule, könnte es Folgen für das oft undurchsichtige System von Privilegien und Seilschaften im gesamten Weinjournalismus haben.

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Dresdner Elbtal der Ahnungslosen jetzt wieder ohne Erbe

Donnerstag, 25. Jun 2009 · 4 Kommentare

Der Titel ‘Weltkulturerbe’ für das Dresdner Elbtal, welches die Weinberge u.a. der Dresdner Winzer Lutz Müller und Klaus Zimmerling zumindest tangierte, ist endgültig futsch. Damit erreicht eine mehrjährige Provinzposse ihren Endpunkt…
Ach, lassen wir den Sachverstand der lokalen FDP-Politiker Jan Mücke (’Dresden bleibt Weltkulturerbe der Herzen’) und Holger Zastrow (’Zwei Tage Obama haben mehr für das weltweite Image Dresdens gebracht als fünf Jahre Weltkulturerbe’) einfach mal im Raum stehen und freuen uns auf Olaf Schubert und die Elbbrücken:

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Ursula, Sabine und der Ärger mit Petitionen

Sonntag, 21. Jun 2009 · 2 Kommentare

Die Petition gegen Ursula von der Leyens Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie im Netz ist gescheitert. Na, nicht gescheitert, denn immerhin haben 134.014 Menschen diese Petition unterzeichnet. Sie ist im Sande verlaufen. Der Bundestag hat das Gesetz abgesegnet, weil man es für richtig hielt… und weil man sich als Politiker ungern in die Schmuddelecke der Kinderpornografie hinein interpretieren lassen will. Wer ist nicht dafür, wenn es um Bekämpfung von Kinderpornografie geht? Dass dieses Gesetz aber nur die Möglichkeiten eröffnet um alles, außer Kinderpornografie zu bekämpfen oder gar zu verhindern, sei hier nur ganz am Rande erwähnt. Alle, die mit diesem Thema nicht ganz vertraut sind, verweise ich gerne an Artikel von Thomas Knüwer, der ZEIT  und Spiegel Online.
Nun, die Mehrzahl der Abgeordneten des deutschen Bundestages hat sich aller Gegenargumente zum Trotz als eisern erwiesen. Außerdem waren die Anzahl der Unterzeichner wohl keine echte Drohkulisse im Bezug auf eine drohende Abwahl im Herbst. Vielleicht hat man ja auch gedacht, so wie der prominente Weinreporter, Meinungspoet und Petitionsgegner Gegner dieser Petition, Mario Scheuermann, dass 134.014 Unterschriften gerade 0,11% der Wahlberechtigten widerspiegeln.
Und damit sind wir bei der nächsten Petition, die nur auf den ersten Blick rein gar nichts mit der oben genannten zu tun hat.
Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Lieblingsgegnerin vieler Weinblogger hat vor einiger Zeit eine weitere Maßnahme gegen den Alkoholmissbrauch angeregt. Nein, keine weiteren Präventionsmaßnahmen, kein Alkoholverbot (zum Glück), nur die Erhöhung von Steuern auf alkoholische Getränke. Nun ist hinlänglich bekannt, dass hohe Steuern zwar Geld in die Kassen spülen, aber sicher nicht dem Unterbinden von Alkoholmissbrauch dienen. Dazu genügt schon ein Blick nach Skandinavien. Jedenfalls hat Winzer und Blogger Dirk Würz zusammen mit yoopress ‘eher präventiv’ eine Petition gegen diese angedachte  Alkoholsteuer ins Leben gerufen.
Auch wenn ich diese Aktion, so wie Lars Breidenbach, mit zwiespältigen Gefühlen sehe: Ok, kann man machen…
Trotzdem es zurzeit nur 312 Unterstützer gibt, wird zumindest das Ansinnen Erfolg haben. Da brauchen wir einen prozentualen Anteil an Wahlberechtigten erst gar nicht nachzurechnen. Während weiter zaghaft abgestimmt wird, arbeitet es hinter den Kulissen bereits auf vollen Touren.
Denn in diesem Falle benötigt man gar keine 100.000 plus x Stimmen, hier genügt im besten Falle nur eine. Zum Beispiel die von Lothar Ebbertz, dem Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, der ein Untergangsszenario anstimmt, welches vom Ende der deutschen Brauereivielfalt, von Zeitungen, Fernsehsendern, Gaststätten bis hin zu  vielen kleinen Sportvereinen reicht.
Unter diesem Getöse haben sich Sabine Bätzings Ideen schon in Luft aufgelöst, bevor der erste Winzer zum Telefonhörer gegriffen hat um seinen örtlichen CDU-Abgeordneten anzurufen.
So wird am Ende für den einen oder anderen die Welt wieder in Ordnung sein, aber an den Ursachen für Kinderpornografie und Alkoholmissbrauch wurde wieder einmal nicht gerüttelt.

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Das Plagiat? [Update]

Donnerstag, 18. Jun 2009 · 1 Kommentar

Das Plagiat

Zurzeit unter weinverkostungen.com zu finden. Und wir beachten auch diesmal bitte besonders die Domainendung. Ja, natürlich, das ist platt, kindisch, albern… entbehrt aber nicht einer gewissen Komik. Vor allem wenn man zwischen den Zeilen… Pardon… Sprechblasen liest. Und ich weiß wovon ich spreche.
Da ich trotz dieser Ereignisse nichts damit zu tun habe, bleibt jetzt nur noch die Frage: Wer und was steckt dahinter? Ich hätte da zwar ne Ahnung…

(via @Flugtier)

[Update]
Offenbar tut sich da immer noch was auf der Seite. Es bleibt aber mysteriös. Ich hab zwar immer noch einen Verdacht, aber inzwischen einen anderen…

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Michael Broadbents Fahrrad geklaut

Samstag, 13. Jun 2009 · Kommentare

Was wie ‘eine Sackkarre in China umgefallen’ klingt, ist leider Realität. Michael Broadbent, bekannter Weinkritiker und eine der wenigen Personen auf der Welt, die vermutlich alle relevanten Weine der Welt probiert hat, wurde sein Fahrrad gestohlen. Das ist besonders ärgerlich, da er der lebende Beweis dafür ist, dass Weinkritiker im Alter ein hohes Maß an Milde und Weisheit besitzen können.
Es handelt sich um ‘a very old white Dutch ladies’ Fahrrad mit ‘a basket on the front and back’, vermutlich aus den 50ern.
Bei den Dieben müsste es sich entweder um blutige Amateure oder Kenner gehandelt haben. Denn mit dem Fahrrad wurde auch ein roter Fahrradhelm mit der Aufschrift ‘Decanter’ gestohlen.
Für sachdienliche Hinweise zur Wiedererlangung von Fahrrad (’I miss it enormously’) und Helm gibt es vom gleichnamigen Weinmagazin ‘a bottle of fine Madeira’.

[via]

Tags: News

2007 Werderaner Wachtelberg Velvet Trocken

Sonntag, 07. Jun 2009 · Kommentare

Velvet 07

Es ist schon ein nicht ganz einfaches Ding mit einem Rotwein und Saale und Unstrut. Noch dazu wenn er von der Havel kommt.
Es gibt sie zwar, die guten Roten im Lande, aber es sind nicht derer viele. Das mag zwar hier und da an der Kunst der Winzer liegen, zum großen Teil aber doch (noch) am Klima. Und dies ist in Werder bei Berlin nun nicht gerade günstiger für Rotweine als um Freyburg und Co.
So sind zumindest die Rotweine vom Werderaner Wachtelberg zwar ehrliche Häute, aber doch eher raue Typen.
Da lag es wohl nahe, den vorherrschenden Regent mit etwas Dornfelder einen Weichspüler zu verpassen und das Ganze dann als Cuveé in Flaschen zu pressen. Und das hat ganz ordentlich funktioniert. Ein Stück Samt im Mund und dazu ein kräftiges Aroma von Kirschen mit einem Schuss Johannisbeere. Fertig ist der Velvet.
Das Ergebnis taugt zwar nicht um in der deutschen Rotweinwelt eine neue Duftmarke zu setzen, aber für Randberlin geht das allemal i.O.

[Gefunden in… Werder/Havel]

Song zum Wein:
Alannah Myles - ‘Black Velvet’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Tags: Saale-Unstrut · Deutschland

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